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Auf nach Walhall(a)!

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Verdrecktes Schild am Eingang des Walhalla Wiesbaden

Das Walhalla ist eine der traditionsreichsten Kulturstätten Wiesbadens und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Berühmtheiten wie Elvis Presley waren angeblich zu Gast, um dort Theater, Tanz, Musik und das ein oder andere Getränk zu genießen, später beheimatete das Walhalla legendäre Wiesbadener Discotheken und seit längerer Zeit auch Geschäftslokal.

In den Jahren vor seiner Schließung wurde es von einem Verein als Film- und Veranstaltungsstätte genutzt. Seit 2007 befindet es sich im indirekten Eigentum der Stadt. Aber über die Jahre hat der Zahn der Zeit am Walhalla genagt. Viele Bereiche des Walhalla sind vollkommen heruntergekommen, 2017 musste es schließlich aus Sicherheitsgründen schließen. Mit Fug und Recht könnte man nun kritisieren, dass die Stadt es über mehr als zehn Jahre nicht geschafft hat, ein tragfähiges Zukunftskonzept auf die Beine zu stellen und in der Rückschau war es wohl ein Fehler, das Gebäude nicht direkt nach dem Kauf zu sanieren. Doch Kritik an Entscheidungen der Vergangenheit ersetzt keine Ideen für die Zukunft.

Gelungenes bürgerschaftliches Engagement

Glücklicherweise ist der Wiesbadener BürgerInnenschaft das Walhalla nicht egal. Ganz im Gegenteil, über die vergangenen Jahren gab es aus den verschiedensten Bereiche viele Vorschläge zur zukünftigen Nutzung des Walhalla und teilweise sogar ausgearbeitete Konzepte: ob Nutzung als kombinierte Kultur- und Gastronomiestätte oder als Ausweichstätte für das Hessische Staatstheater, wenn in einigen Jahren die Sanierung ansteht.

 

Eine Mischnutzung würde bedeuten, dass die wichtigsten Teile des Walhalla als Kulturstätte bleiben, während andere zur besseren Finanzierung
genutzt werden könnten.

Alle Optionen haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Sie kosten die Stadt viel Geld. Mindestens 30 Millionen Euro wird die Sanierung laut Stadt kosten. Dieses Geld wird unabhängig von der späteren Nutzung fällig, denn die Stadt, bzw. eine ihrer Gesellschaften ist Eigentümerin des Gebäudes und des Grundstücks und verpflichtet, es zu erhalten, zumal das Haus unter Denkmalschutz steht. Zur Sanierung ist daher auch keine Alternative erkennbar: kein privater Investor würde das Gebäude mit all seinen Verpflichtungen übernehmen, ohne sich von der Stadt ebenfalls einen hohen Millionenbetrag zu erbeten. Eine öffentliche Nutzung des Gebäudes nach der Sanierung wäre unwahrscheinlich. Es ließe sich für mich nur schwer mit dem Geist des Denkmalschutzes vereinbaren, wenn Bereiche wie der Kleine Spiegelsaal in Zukunft nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich wären. Umso wichtiger ist es, die Sanierung aber auch die zukünftige kulturelle Nutzung auf solide Füße zu stellen.

Langfristige Sicherheit für das Walhalla

Deswegen haben wir in der letzten Stadtverordnetenversammlung den Antrag gestellt, dass auch eine sogenannte Mischnutzung des Walhalla geprüft werden soll. Eine Mischnutzung würde bedeuten, dass die wichtigsten Teile des Walhalla Kulturstätte bleiben, während andere zur besseren Finanzierung genutzt werden. Durch die Mieteinnahmen könnte die Stadt die Kosten der Sanierung teilweise decken und den Kulturbetrieb langfristig unterstützen. Das wäre ein wichtiger Schritt, damit die Geschichte des Walhalla weitergeschrieben werden kann und nicht tragisch endet.

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